Am Anfang gehts oft bergab

CENTIM auf der IHK Gründermesse

Schaufenster
Bonn
Dezember 02, 2018

BONN

Zur Gründungsmesse im Rahmen der Gründungswoche baten die IHK Bonn/Rhein-Sieg, die Wirtschaftsförderungen aus Bonn und St. Augustin sowie die Handwerkskammer. Die Gründungsmesse ist ein Info- und Austauschmedium sowie eine seriöse geschäftliche Kontaktbörse für Jung-Unternehmer und solche, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen. In Workshops gibt es die rechtlichen, finanziellen und unternehmerischen Tipps. Dazu sind viele Menschen vom Fach zugegen, die einem erstklassige Kontakte vermitteln.

Nur die entscheidende Idee, den Kern fürs neue Unternehmen, die muss man halt selbst haben. Und dann kommt es darauf an, nicht zu unterlassen, sondern mit Mut zum Risiko zu unternehmen.

Und was? Ja, das ist bunt und vielfältig. Da ist zum Beispiel Arne Rohlfs. Der gelernte Gastronom ist der Liebe wegen von Hamburg und dann München nach Bonn gekommen. Nach einem schweren Motorradunfall bekam er zufällig mit, was ihn heute erfolgreich macht und was ihn Tag und Nacht umtreibt. Arne brennt für nachhaltige Rohstoffe. Er produziert Eistee, Cookies, Energy-Getränke. Und, das ist der Hit seines Unternehmens, Moringa. Moringa ist ein afrikanischer Baum, der hier auch so genannte ‚meerrettichbaum‘. "Mehr Eiweiß als alles sonst Bekannte", schwärmt Arne. "90 Vitamine. Und mit der Wurzel kann man aus Dreckwasser Trinkwasser machen." Er hat eine eigene Moringa-Plantage im Kongo. Dort wohnen einige seiner Angestellten aus Deutschland, um die Produktion im Griff zu haben. Die Leute würden nicht ausgebeutet, sondern arbeiten unter fairen Bedingungen. Und die Pflanze, für die Rohlfs großes Potential sieht, soll der große Schlager werden. Arne hat kein Garagenunternehmen, sondern eine GmbH, die Estancia Verde GmbH. Danone gehört zu den Kunden seine Firma. Damit verfolgt er unternehmerische Ziel, also Geld zu verdienen, und zugleich soziale Anliegen, indem er seine Arbeiter als soziale Wesen behandelt und nicht als bloße Produktionsfaktoren.

Typen wie Arne sind hier zu finden auf der Gründermesse, echte Pioniergeister, viele mit der Aura von Freiheit und Abenteuer und dem rechten Spirit. Nicht nur solche, die es geschafft haben, sondern auch solche, die noch vorhaben, es zu schaffen.

Das digital hub ist auch vertreten. Das ist die Beueler Betreuungsgesellschaft für Start Ups. Gefördert vom Land NRW und besonders erfolgreich. "Wir haben jetzt 35 Firmen, Start Ups, im Portfolio", freut sich Sophia Tran vom digital hub. Dort kann man etwa know how bekommen, Markt- und Marketingkenntnisse, Beratung in allen Fragen eines neuen Unternehmens bis hin zu Büroräumen.

Beratung wird geboten allerorten auf Bonns Gründermesse, Hilfestellung in allen Varianten. Banken sind hier, Start Up-Berater wie die beiden von der Hochschule Bonn Rhein Sieg. Die Uni Bonn ist da, die Telekom, aber auch Banken wie die Commerzbank und andere. Sie alle helfen beim Start eines Unternehmens. Lena Overländer und Stefan Maron sind bei CENTIM, dem ‚Centrum für Entrepreneurship, Innvovation und Mittelstand‘ der Hochschule Bonn Rhein Sieg. "Häufig geht es erstmal bergab nach der Gründung des Unternehmens", sagt Stefan. "Da braucht es einen kühlen Kopf und ein kluges Konzept, um am Markt zu bestehen." Das alles und den kaufmännischen sowie digitalen Sachverstand bekommen sie bei CENTIM.

"Wir helfen jungen Unternehmen, ob sie in Gründung sind oder bereits etabliert, Fuß zu fassen im Markt", sagt Regina Rosenstock von der IHK. "Das hier ist eine Börse, bei dem einer dem anderen hilft". 22 Aussteller sind da. Die Besucherzahl beträgt mehrere Hundert.

Zum Schluss noch eine besondere Idee. Hier werden soziale Leistungen verkauft. Also mal zur Abwechslung kein subventioniertes Sozialunternehmen. "Nein, wir sagen ganz bewusst, dass wir mit sozialen Anliegen Geld verdienen wollen", erzählt Gunhild Busch von ‚Social impact labs‘. "Wir vertreten aktuell acht Bonner Start Ups", so Gunhild Busch. Da gibt es zum Beispiel ‚Companions to go‘, die App, die Begleitungen für Behinderte vermittelt. Die Begleitung etwa kann umsonst nach München fahren, wenn sie einen Rollstuhlfahrer dorthin als Hilfe begleitet. Ein anderes Unternehmen heißt ‚Readymade‘ und kümmert sich um Vermietungen von Designmöbeln. Ein drittes Unternehmen handelt mit Hilfen für psychisch Kranke. Folgerichtig heißt es "Psycho."

Es hilft zweifellos, wenn man eine Geschäfts-Idee entwickelt hat, für die man brennt, von man überzeugt ist. Dann allerdings wird es aufwändig. Aber durchs Hände in den Schoß legen sind schließlich die Wenigsten erfolgreich geworden. Also einen seriösen Anfang für seine eigene Firma suchen: Zum Beispiel bei der Gründermesse der IHK Bonn/Rhein Sieg.

Von Harald Weller

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